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Kapitel 7: Feste feiern

Autor: Linda | Datum: 10 Juni 2017, 11:45 | 0 Kommentare

Lange ist es her, dass ich mich gemeldet habe. Ich hatte einiges zu tun und Probleme mit meinem Internet und Laptop. Jetzt ist alles etwas ruhiger und ich habe Zeit gefunden ein weiteres Kapitel in meinem Buch zu verfassen. Seit ich hier angekommen bin habe ich nun schon ganz unterschiedliche Feste miterlebt und zu Silvester auch selbst schon einmal eingeladen. Wenn ich die letzten Monate Revue passieren lassen kommt da schon einiges zusammen: Babyshow, Brautparty, Hochzeit, Sister Adventinas Geburtstag, Verabschiedung einer Matron, Weihnachten, Silvester und und und. Im Folgenden möchte ich Euch von diesen Festen ein bisschen berichten:

18.9.2016, Babyshow

Hannah ist dieses Wochenende zu Besuch in Bukoba. Um 7:00 geht es zum Gottesdienst und anschließend wird ausgiebig gefrühstückt. Da wir am Nachmittag zu einer Babyshow eingeladen sind stellen wir noch schnell ein Geschenk zusammen. Es gibt Schokolade, ein Häggisäck und dazu eine Karte mit Bibelspruch. Dann geht es auch schon weiter zur Babyshow. Meine Mentorin Doris hat mir die Party im Vorhinein mit „Smal Party with loud music“ beschrieben und genau das trifft es auf den Punkt. Wobei sich smal eher auf den Raum, als auf die Anzahl der Gäste bezieht. Es gibt viel Essen, traditionelle Tänze und die Stimmung ist ausgelassen. Hannah und ich werden super integriert und haben viel Spaß. Am Abend fallen wir glücklich und zufrieden ins Bett.

1.10.2016, Brautparty

Um 18:00 werde ich von Baba Wawili (meinen persönlichen Pikifahrer) abgeholt. Bei der Veranstaltung angekommen ist die Musik mal wieder extrem laut und ich werde von Doris empfangen. Ich bin völlig underdressed und fühle mich etwas unwohl. Nunja so ist es halt als Newcomer, da weiß man nie so genau was angemessen ist. Wir setzen uns an einen Tisch nur leider ist die Musik zu laut, um sich mit den anderen zu unterhalten. Langsam wird es dunkler und voller. Es gibt viel Tanz und Musik. Die verschiedenen Familien, Freundesgruppen und Arbeitskollegen ziehen mit Tanz ein. Irgendwann kommt auch endlich die Braut. Es folgen verschiedene Entertainment-Programme (traditioneller und moderner Tanz, Gesang, Comedy…) und eine sehr lange und ausgiebige Geschenkübergabe. Das ist alles sehr fremd, aber super spannend. Gegen halb eins gibt es dann Essen. Da ich mich eh schon aufgedunsen fühle sage ich am Buffet immer, dass ich nur wenig möchte. Am Ende ist mein Teller trotzdem randvoll, den ich dann auch nicht aufessen kann. Zu trinken gibt es eine Soda, die sich Grand Malt nennt. Im Nachhinein ist mir klar, dass ich schon am Namen erkennen müsste, dass ich diesen Malzgeschmack nicht mag. Nunja ich quäle mich durch und das nächste Mal bin ich schlauer. Nach dem Essen werde ich von Baba Wawili heimgefahren. Wegen der Dunkelheit wartet Baba Wawili an meinem Tor bis ich es sicher von innen verriegelt habe. Im Haus treffe ich auf Helena, die auf dem Sofa auf mich wartet. Da es inzwischen schon 1:15 ist, ist mir das sehr unangenehm und sie verschwindet auch schnell in ihr Zimmer. Das tut mir sehr leid und auch ich gehe bald schlafen.

28.11.2016, Sister Adventinas Geburtstag

Heute hat Sister Adventina Geburtstag. Am Nachmittag versammeln sich dazu alle im Speisesaal. Dieser wurde richtig festlich hergerichtet und alle Kinder haben ihr besten Klamotten an. Jackson (einer der älteren Kinder) spielt als DJ über meinen Laptop Musik. Natürlich mit Verstärker und richtig laut. Dann werden die verschiedenen Einheiten der Brautparty mit Einzug der Gäste, Entertainment-Programm, Anstoßen und Geschenkübergabe kindgerecht kopiert. Das ist einfach zu witzig. Die Stimmung ist ausgelassen und alle haben richtig viel Spaß. Ich fühle mich als Teil der Gemeinschaft und bin mitten im Geschehen. Bis abends um 9:00 dürfen die Kinder dann im Speisesaal noch tanzen. Das ist einfach zu herrlich, so eine Kinderdisko. Die läuft wohl überall auf der Welt gleich ab.

10.12.2016, Verabschiedung Matron

Zum Mittagessen geht es bei der Verabschiedung einer der Matrons los. Sie war eine langjähige Mitarbeiterin und geht nun in Rente. Zuerst haben alle mit Tanz und Musik sehr viel Spaß, doch schon nach kurzer Zeit kippt die Stimmung. Es wird deutlich wie stark die Bindung der Kinder zu dieser „Ersatzmama“ ist. Sie haben viele verschiedene Wege vorbereitet ihre Dankbarkeit auszudrücken. Neben Tanzeinlagen und Gesang gibt es auch selbst geschriebene Gedichte und kleine Theaterstücke. Obwohl ich noch nicht lange hier arbeite und die Matron nicht gut kenne, packt mich die Stimmung und ich muss die eine oder andere Träne wegdrücken. Ich möchte mir gar nicht ausmalen wie das wird, wenn ich „auf Wiedersehen“ sagen muss – Ich kann nur hoffen, dass es dann bald ein Wiedersehen geben wird.

17.12.2016, der neue Dean wird gewählt

Ich bin zusammen mit Hannah N. über das Wochenende nach Kayanga (Karagwe) gefahren, um Lisa und ihre Gastfamilie zu besuchen. Genau an diesem Wochenende wird der neue Dean gewählt. Der Dean ist der stellvertretende Bischof. Aktuell hat diese Position Lisas Gastvater Joram inne und da es keine Gegenkandidaten gibt wird er auch ohne große Überraschung wiedergewählt. Also findet eine Party für Joram statt. Da an diesem Tag auch Liam, seine Tochter, Geburtstag hat wird zu ihrer Enttäuschung die Geburtstagsparty kurzerhand um einen Tag verschoben. Wir warten also zu Hause auf Joram und eine ganze Gruppe wichtiger Leute die irgendwelche wichtigen Positionen in der Diözese haben. Als Autokorso mit viel gehupe und Taraaa kommt dann die ganze Mannschaft angefahren. Binnen weniger Sekunden ist das Haus gerammelt voll. Es gibt Soda, Kuchen und kleine Snacks. Verschiedene Leute halten kleine Reden und auch wir als Gäste des Hauses stelle uns vor. So schnell alle eingeflogen sind verlassen auch alle wieder das Haus. Am Nachmittag gibt es noch viele weitere wichtige Termine für den neuen/alten Dean.

24.12.2016, Heilig Abend

Lisa, Hannah und ich haben uns dazu entschieden gemeinsam den Heiligen Abend in einem kleinen deutschen Kreis zu feiern. Dem 24.12. kommt hier nicht so viel Bedeutung zu wie in Deutschland. Da passt das ganz gut. Die nächsten beiden Weihnachtfeiertage werden wir dann ganz tansanisch verbringen. Am Morgen frühstücken wir erstmal gemütlich und versuchen uns bei 30° im Schatten auf Weihnachten einzustimmen. Es geht mit den ersten Vorbereitungen für unser Festessen los: frischer Fruchtsaft wird gepresst sowie Pizza und Brot gebacken. Wir spielen dabei Weihnachtslieder. Am Nachmittag kommt Kieren vorbei. Wir haben ihn eingeladen mit uns den Heiligen Abend zu feiern. Er ist Schweizer und lebt in einem kleinen Dorf in der Nähe von Bukoba. Als alle Vorbereitungen abgeschlossen sind gehen wir nach einem kleinen Sandwich-Snack zum nahegelegenen Pool im Stella-Hotel – Ja wir waren Heilig Abend im Pool, kann man sich nicht unbedingt vorstellen, war aber so . Zurück zu Hause hält Lisa für uns eine schöne Abendandacht und ich begleite die Weihnachtslieder mit der Flöte. Dann gibt es Abendessen und schönes beieinandersitzen. Am Abend fallen wir dann alle fix und fertig ins Bett.

25.12.2016, 1. Weihnachtsfeiertag im Center

Es heißt früh aufstehen, da um 7:30 der Gottesdienst los geht. Wir besuchen die Kirche in Rwamishenye in die auch Sister Adventina und die Tumaini-Kinder gehen. Anschließend fahren wir alle zusammen ins Center. Dort verbringen wir den Vormittag mit Spielen und Tanzen mit den Kindern und es gibt Reis, Bohnen und Fleisch zum Mittagessen – ein richtiges Festmahl. In den Abendstunden wird dann noch ein Film zusammen geschaut. Er ist auf Englisch weshalb Elia die komplette Handlung auf Kiswahili übersetzt und den Kindern auch einige Zusammenhänge erklärt.

26.12.2016, 2. Weihnachtsfeiertag im Center

Den Vormittag ruhen wir gemeinsam aus. Hannah ist etwas krank und bleibt deshalb zu Hause. Ich fahre mit Lisa ins Center. Wir essen mit den Kindern zusammen Reis mit Bohnen. Den Nachmittag über werden dann wieder verschiedene Filme geschaut. Also machen uns Lisa und ich wieder auf den Heimweg, um nach Hannah zu schauen – das war ein kurzes Vergnügen, dennoch aber sehr schön bei den Kindern vorbei geschaut zu haben.

31.12.2016, Silvester

Viele Volontäre verbringen Silvester auf Sansibar – das ist wohl eine Art Tradition. Da Lisa, Hannah und ich im Februar aber eh zum Zwischenseminar Richtung Dar es Salaam müssen, haben wir uns dazu entschieden Silvester in Bukoba zu feiern und eine kleine Hausparty zu veranstalten. Es ist eine sehr bunt gemischte Gruppe: Lisa, Hannah N. und Hannah S (Volontäre der VEM), Mwessy (Freund von Hannah aus Ndolage), Abdul (Immigration Officer), Elia (Freund und Arbeitskollege), Khamis (Freund), Kieren (Schweizer), Nelson und Pastor (Arbeitskollegen), Frank (Tumaini-Kind). Aber trotz dieser bunten Mischung haben wir einen tollen Abend. Wir verbinden tansanische, deutsche und schweizerische Traditionen zu einem heiteren und ausgelassenen Multi-Kulti-Abend mit anregenden Diskussionen, gutem Essen und Spielen.

16.4.2017, Ostern

Heute ist Ostersonntag. Das passiert ja in Deutschland schon mal recht plötzlich, dass Festtage vor der Tür stehen, aber so überrascht wurde ich glaube ich davon noch nie. Ich war in den letzten Wochen so mit Arbeiten, Reisen und Besuch bekommen beschäftigt, dass ich gar nicht gemerkt habe wie schnell die Zeit vergeht. Den Ostermorgen verbringe ich ganz gemütlich mit den Kindern im Ostergottesdienst. Anschließend fahren wir gemeinsam zum Festessen ins Center. Es ist mal wieder ausgezeichnet lecker. Am Nachmittag mache ich mich dann auf den Weg nach Ntoma. Dort bin ich auf eine Party am Maruku Beach eingeladen. Weihnachten im Pool und Ostern auf einer Beachparty – das würde mit in Deutschland tatsächlich nicht passieren.

 

Soweit einige Einblicke von den Festen die ich hier bisher gefeiert habe. Mal sehen welche noch auf mich warten bis ich dann Ende August wieder nach Deutschland fliege.

Bis Bald!

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