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Kapitel 6: Transportmittel

Autor: Linda | Datum: 20 Dezember 2016, 09:11 | 0 Kommentare

Ich habe Euch bereits über meine Einsatzstelle, meine Orte und meine Ernährung berichtet. Bevor ich Euch heute mehr zum Thema Transportmittel erzähle muss ich ein paar Sachen zu meinem Blogeintrag „Ernährung“ richtigstellen. Die Lebensmittel die hier um das Center angebaut werden, werden nicht, wie ich dachte, weiterverkauft, sondern vollständig für das Tumaini Center genutzt. So langsam werden hier auch die ganzen Mangos reif und ich sehe viele der Kinder mit Obst in der Hand. Außerdem wurden viele Mangos geerntet und jedes Kind erhält momentan nach dem Abendessen zwei kleine Mangos. Ich habe bisher noch nicht ausreichend verstanden, was mit dem ganzen Gemüse (besonders den vielen Kochbananen) passiert. Das kommt meines Erachtens hier leider immer noch viel zu selten auf den Tisch. Aber ich muss einfach abwarten, bevor ich voreilige Schlüsse ziehe. Die lange Trockenzeit zeigt doch überall ihre Auswirkungen. Ich werde also dranbleiben und Euch weiter berichten.Nun zu meinem eigentlichen Thema: Transportmittel.

Wie ihr Euch alle denken könnt läuft hier die Fortbewegung etwas anders als in Europa. Da ich nur einen Bruchteil des Landes bisher kenne möchte ich Euch nochmal dran erinnern, dass alles was ich schreibe meine subjektive Wahrnehmung ist. Gerade bei diesem Thema passiert es schnell zu Verallgemeinern. Alles Folgende trifft also in erster Linie nur auf mich als Gast in einem fremden Land und auf die Region um Bukoba zu.

Am Meisten nutzte ich als Verkehrsmittel hier das Motoradtaxi (Pikipiki). Damit kann man kurze Strecken in und um Bukoba zurücklegen. Die Pikipikifahrer stehen in der Town an jeder Ecke rum und außerhalb gibt es verschiedene Plätze an denen sie sich sammeln. Wenn ich mit einem Pikipiki fahren möchte laufe ich also zu einer solchen Sammelstelle. Schon von Weitem wird mir dann zugerufen „Transport?“. Die Fahrer sprechen zwar meistens kein Englisch, aber einige Worte und vor allem die Zahlen sind meistens vorhanden. Es reicht ein kleines Kopfnicken oder eine Handbewegung von mir und mehrere Fahrer fahren auf mich zu. Nach dem Begrüßungs-Smaltalk beschreibe ich dann auf Kiswahili wo ich hinmöchte. Ich nenne entweder meinen Preis oder frage nach dem Preis. Und dann geht das verhandeln los. Es gibt aber inzwischen einige Ecken, an denen ich die Fahrer schon kenne, dort muss ich dann nicht mehr verhandeln. Zum Beispiel an der Ecke am Center bin ich schon bekannt als „die Weiße die nur für 1000 Schilling“ fährt. Zu Beginn habe ich für die Strecke zwischen Center und Town noch 3000 Schilling bezahlt. Durch Zufall habe ich aber den einheimischen Preis von 500 oder 1000 Schilling rausgefunden – je nach dem wo man hinmöchte. Also bin ich inzwischen sehr hartnäckig und die Fahrer an der Ecke wissen das. Wenn zum Beispiel keiner der Fahrer einwilligt mich für 1000 Schilling mitzunehmen sage ich, dass ich dann halt laufe und bewege mich in Richtung Town – das wären ungefähr 8 Kilometer. Irgendein Fahrer kommt dann hinterher und nimmt mich zu meinem Preis mit. Das klappt ziemlich gut. Auf den Pikipikis führe ich teilweise sehr witzige Smaltalks. Mein Kiswahili ist zwar immer noch nicht ausreichend um sich zu unterhalten, aber ich kann zumindest die Fragen zu meinem Namen, Alter, Arbeit und Herkunft beantworten. Teilweise freuen sich die Fahrer sehr überschwänglich, wenn sie die Weise mitnehmen dürfen. Ein Fahrer ist sogar mal winkend und hupend durch die Town gefahren. Ich versuche mich ja sonst eher unauffällig zu bewegen, in dem Fall ging das ganz schön in die Hose.

Als weiteres Transportmittel nutze ich sehr oft die Daladalas. Das sind kleine Vans die bis in den Kofferraum mit Sitzbänken ausgestattet wurden. Diese Busse nutze ich für mittelgroße Entfernungen wie zu den Einsatzstellen von Hannah (Ndolage) und Lisa (Kayanga). Die Busse fahren an einer größeren Station in der Town los. Auch hier wird man von den Zubringern zu den Bussen schon von weitem gefragt wo man hinmöchte und dann zum passenden Daladala gebracht. Wenn das Dala irgendwann ausreichend voll ist geht die Fahrt los. Auf dem Weg gibt es mehr oder weniger feste Stationen an denen man aus und einsteigen kann. Aber auch zwischendurch ist es kein Problem dem Fahrer mitzuteilen, dass man raus möchte. An größeren „Haltestellen“ werden einem Obst, Snacks und verschiedener anderer Kram angeboten. Hier habe ich mich schon daran getraut Mangos und Mais aus dem Fenster raus zu kaufen. Das ist aber gar nicht immer so einfach und manchmal etwas anstrengend, da natürlich den Weisen besonders viel angepriesen wird. Das wiederum führt dann zur Erheiterung der anderen Mitfahrenden.

Ein paar wenige Male habe ich auch schon ein Taxi genommen. Das ist aber für mich alleine doch eher zu teuer und unpraktisch, da sie nicht so einfach zu bekommen sind wie Pikis. Das ist eher was für größere Gruppen oder als ich krank war.

Als viertes Transportmittel stehen hier noch größere Reisebusse, wie man sie auch von Deutschland kennt, zur Verfügung. Die habe ich bisher noch nicht genutzt, aber ein kleiner Urlaub Anfang nächsten Jahres ist schon in Planung. Dann werde ich Euch davon berichten.

Und zu Letzt nutze ich meine Beine als Transportmittel. Alles was ich irgendwie zu Fuß laufen kann versuche ich auch zu laufen. Das ist teilweise für die Tansanier etwas verwirrend wie „weite“ Strecken ich doch zu Fuß zurücklege. Aber ich sitze und esse hier so viel, dass ich die Bewegung zwischendurch einfach brauche.

Alles in allem kann ich mich hier also gut und eigenständig fortbewegen. Das freut mich sehr, da ich so sehr flexibel in meiner Arbeits- und Freizeitgestaltung bin.

Jetzt sind es nur noch wenige Tage bis Heilig Abend. Wie ich das Weihnachtswochenende verbracht habe berichte ich Euch dann im nächsten Eintrag.

Ich wünsche Allen eine besinnliche Zeit und schöne, ruhige Momente. Wenn ihr zu sehr im Stress kommt sagt Euch einfach selbst „Pole pole“ (langsam / Schritt für Schritt). Das hört man hier sehr oft und es hilft tatsächlich dabei das hektische Leben etwas zu Entschleunigen. Was heute nicht klappt, klappt dann halt morgen.

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